
Wissenswertes über deutsche Weine

Numajiri, ein international zertifizierter Sommelier für deutsche Weine, der bei Weinwettbewerben Spitzenplatzierungen erzielt hat und zugleich Inhaber unseres Geschäfts ist, wird Ihnen die Grundlagen deutscher Weine näherbringen.
Wir laden Sie herzlich ein, den einzigartigen Charme deutscher Weine zu entdecken.

1. Der Reiz deutscher Weine
~ eine vielfältige Auswahl deutscher Weine ~
Deutsche Weine sind allgemein für ihre Eleganz, ihre fruchtigen Aromen und ihren vergleichsweise niedrigen Alkoholgehalt bekannt. Es gibt jedoch auch deutsche Weine mit einem Alkoholgehalt von bis zu 17 % sowie Weine, die über lange Zeit in Barriquefässern gereift sind.
Selbst Menschen, die normalerweise keinen Wein trinken, erleben mitunter beim Probieren eines edelsüßen Eisweins einen Moment, der sie dazu inspiriert, sich näher mit Wein zu beschäftigen und vielleicht sogar ihr Leben verändert.
Auch wer regelmäßig Weine aus dem französischen Burgund genießt, könnte nach dem Probieren eines erstklassigen trockenen Spätburgunders aus Baden Interesse an deutschen Weinen entwickeln.
Ich glaube, dass eine der großen Besonderheiten deutscher Weine in ihrer bemerkenswerten Vielfalt liegt. Aufgrund der großen Bandbreite an Böden, Klimazonen und Rebsorten bietet Deutschland ein Spektrum an Weinen, wie man es in dieser Form nur in wenigen anderen Ländern findet.

~ Deutschland, gesegnet mit idealen Bedingungen für die Erzeugung hochwertiger Weine ~
Deutschland verfügt über 13 anerkannte Weinanbaugebiete. Mit Ausnahme von Sachsen und Saale-Unstrut konzentrieren sich die meisten dieser Regionen im Südwesten und Süden des Landes. Obwohl Deutschland als Weinland in kühlem Klima gilt, sorgt der Einfluss des warmen Golfstroms aus dem Westen für ein milderes Klima, als es die geografische Breite vermuten ließe, und macht damit den Weinbau möglich. In den vergangenen Jahren hat zudem der Einfluss des Klimawandels dazu geführt, dass Trauben zunehmend zuverlässiger voll ausreifen.
Der deutsche Weinbau befindet sich an der nördlichen Grenze des für den Rebanbau geeigneten Bereichs. Zwar gibt es Weinberge in Ebenen und sanften Hügellandschaften, viele liegen jedoch entlang von Flüssen und an steilen Hängen. Hanglagen profitieren von einer optimalen Sonneneinstrahlung, und Flüsse wirken ausgleichend auf das umliegende Klima, indem sie Sonnenwärme speichern und die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht abmildern.
Dank der langen Tageslichtstunden im Sommer können die Trauben selbst bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen langsam reifen. Während dieser langen Reifezeit nehmen die Reben Mineralstoffe aus dem Boden auf, sodass sich Süße und komplexe Aromen allmählich entwickeln können.
Auf diese Weise bietet Deutschland eine große Vielfalt an idealen Voraussetzungen für die Erzeugung hochwertiger Trauben und außergewöhnlicher Weine.
~ Deutsche Weine im internationalen Rampenlicht~
Die hohe Qualität deutscher Weißweine ist weltweit bereits weithin anerkannt. In den vergangenen Jahren jedoch hat Deutschland, auch teilweise bedingt durch die Auswirkungen des Klimawandels, begonnen, auch Rotweine von bemerkenswerter Qualität hervorzubringen.
So errang beispielsweise bei der Decanter International Pinot Noir Trophy im September 2008 ein deutscher Pinot Noir einen historischen Sieg. Unter mehr als 9.000 eingereichten Rotweinen wurde der Spätburgunder Grosses Gewächs des Weinguts Meyer-Näkel aus dem Ahrtal mit der höchsten Auszeichnung als bester Pinot Noir geehrt. (Quelle: www.decanter.com).
Darüber hinaus belegten bei einer Blindverkostung in London im Jahr 2011 sieben deutsche Pinot Noirs Plätze unter den besten zehn. Dies war ein bemerkenswerter Erfolg und zeigte deutlich die erhebliche Qualitätssteigerung deutscher Rotweine. Heute wird Deutschland als Erzeuger hervorragender Pinot Noirs geschätzt und zieht weiterhin internationale Aufmerksamkeit auf sich.
Statistiken zufolge macht Rotwein inzwischen etwa 35 % der gesamten deutschen Weinproduktion aus, und auch der Anbau internationaler Rebsorten hat in den letzten Jahren zugenommen. Früher wurden deutsche Weine häufig mit Süße in Verbindung gebracht, heute jedoch bestehen nahezu 70 % der Produktion aus trockenen und halbtrockenen Weinen. Mit dem Wandel der Zeit verändert sich auch der Charakter deutscher Weine. Ich bin überzeugt, dass deutsche Weine das Potenzial haben, künftig noch größere Anerkennung zu gewinnen.
~ Deutscher Wein ist voller Faszination ~
Da ich viele Jahre in Deutschland gelebt und alle deutschen Weinanbaugebiete besucht habe, konnte ich die bemerkenswerte Vielfalt deutscher Weine kennenlernen – geprägt von Böden, Klima, Rebsorten sowie den individuellen Ansätzen der einzelnen Erzeuger im Weinbau und in der Weinbereitung. Durch diese Erfahrungen habe ich die tiefe und faszinierende Welt des deutschen Weins immer besser verstanden und bin seinem besonderen Reiz schließlich ganz verfallen.
Durch den Wein durfte ich vielen wunderbaren Menschen begegnen, an verschiedensten Veranstaltungen teilnehmen, Weingüter besuchen und besondere Momente mit Freunden bei einem Glas Wein teilen. Aus all diesen Erlebnissen habe ich gelernt, wie sehr Wein den Alltag bereichern und das Leben auf besondere Weise verschönern kann.

2. Bedingungen für den Weinbau
Im Hinblick auf die Bedingungen des Weinbaus erfordert der Anbau von Weintrauben eine durchschnittliche Jahrestemperatur von etwa 10 bis 20 °C, wobei das Minimum bei rund 9 °C liegt. Während der Blütezeit gelten Temperaturen von 15 bis 25 °C als ideal, während in der Wachstumsperiode im Allgemeinen 20 bis 25 °C erforderlich sind.
In der Reifephase wird ein ausgeprägter Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht als vorteilhaft angesehen. Auch ein klarer jahreszeitlicher Temperaturverlauf mit warmen und kalten Perioden ist wünschenswert. Daher liegen die meisten Weinbauregionen auf der Nordhalbkugel zwischen dem 30. und 50. Breitengrad und auf der Südhalbkugel zwischen dem 20. und 45. Breitengrad.
Der jährliche Niederschlag sollte mindestens 400 bis 500 mm betragen, wobei ein Bereich von 500 bis 800 mm als optimal gilt. Die ideale Sonnenscheindauer liegt bei etwa 1.250 bis 1.500 Stunden pro Jahr.
Die deutschen Weinbaugebiete befinden sich an der nördlichen Grenze des weltweiten Weinbaus und liegen zwischen 47° und 52° nördlicher Breite. Reben werden sogar noch weiter nördlich kultiviert, etwa in Brandenburg bei rund 52° nördlicher Breite sowie auf der Insel Sylt bei etwa 55° nördlicher Breite.
Deutschland verfügt über 13 Weinanbaugebiete. Derzeit sind etwa 65 % der Rebflächen mit weißen Rebsorten bepflanzt, während rund 35 % auf rote Rebsorten entfallen.

3. Die Geschichte des deutschen Weins

Die Geschichte des deutschen Weins reicht etwa 2.000 Jahre zurück, bis in die Zeit, als die alten Römer nach Norden vordrangen, dieses Gebiet eroberten und den Weinbau einführten.
Im 3. Jahrhundert wurde die Weinproduktion durch den römischen Kaiser Probus aktiv gefördert. Dadurch wurden die Rebflächen ausgeweitet, und es begann eine Blütezeit der europäischen Weinkultur.
Zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert kam es während der Völkerwanderungszeit zu erheblichen Umbrüchen. Der Weinbau ging zurück, und in den meisten Regionen wurden viele Weinberge aufgegeben.
Im 8. und 9. Jahrhundert erlebte die Weinproduktion unter dem Einfluss Karls des Großen, der Westeuropa unter dem Frankenreich einte, sowie durch die Tätigkeit der Klöster eine Wiederbelebung. In dieser Zeit verbesserten sich sowohl der Umfang als auch die Qualität der Weinproduktion erneut.
Bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts hatten sich die deutschen Rebflächen auf einen Höchststand von etwa 300.000 Hektar ausgeweitet. Der Dreißigjährige Krieg, der 1618 begann, verwüstete jedoch das gesamte Land. Zusammen mit weit verbreiteten Rebenkrankheiten führte dies zu einem starken Niedergang des Weinbaus, der in vielen Regionen weitgehend aufgegeben wurde.
Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die Weinbergslagen sorgfältig neu ausgewählt, was zu einer Verbesserung der Qualität führte. In dieser Zeit führte Jean-Antoine Chaptal die Chaptalisation ein, während der Deutsche Ferdinand Oechsle die Mostwaage erfand. Beide Entwicklungen wurden zu bedeutenden Beiträgen für die zukünftige Entwicklung des deutschen Weins. Im Jahr 1870 breiteten sich Rebblattkrankheiten stark aus, und später im 19. Jahrhundert erreichte auch die Reblaus Deutschland, was den Weinbergen einen doppelten Schlag versetzte.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erholten sich die Rebflächen vorübergehend. Durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs gingen sie jedoch erneut drastisch zurück und lagen nach dem Krieg nur noch bei rund 50.000 Hektar. Heute hat sich die Rebfläche auf etwa 102.000 Hektar erholt.
In den letzten Jahren hat sich der deutsche Weinbau von einer mengenorientierten zu einer qualitätsorientierten Ausrichtung entwickelt. Die Trauben erreichen heute eine höhere Reife als früher, und die Weinbereitung hat sich von einem Schwerpunkt auf den Zuckergehalt hin zu einer stärkeren Betonung des Terroirs gewandelt.
4. Kategorien deutscher Weine
- Weißwein (White Wine)
Weißwein wird ausschließlich aus dem Saft weißer Trauben hergestellt, die in der Regel grün oder hellviolett gefärbt sind.
- Rotwein (Red Wine)
Rotwein wird aus dunklen, also roten oder blauen Trauben erzeugt. Die Gärung erfolgt zusammen mit den Beerenschalen, um Farbe und Struktur zu extrahieren.
- Roséwein (Roséwein / Weißherbst)
Roséwein wird im Allgemeinen aus dunklen Trauben hergestellt, ähnlich wie Rotwein, jedoch mit nur kurzem Kontakt zu den Schalen, um eine zarte Farbe zu erzielen. Der Saft wird in einem frühen Stadium von der Maische getrennt und anschließend wie ein Weißwein vergoren. Dieses Verfahren wird als Saignée-Methode bezeichnet.
Weißherbst bezeichnet einen Roséwein, der aus nur einer Rebsorte hergestellt wird, aus bestimmten Anbaugebieten stammt und mindestens als Qualitätswein eingestuft ist.
- Rotling
Rotling wird hergestellt, indem rote und weiße Trauben gemeinsam gepresst werden oder ihre jeweiligen Moste vor der Gärung miteinander verschnitten werden. Dieses Verfahren entspricht einer gemeinsamen Vergärung.
- Perlwein
Perlwein ist ein leicht schäumender Wein, dem Kohlensäure zugesetzt wird, wodurch eine feine Perlage entsteht.
Hinweis:
Sekt wird nach deutschem Weinrecht gesondert klassifiziert und zählt nicht zu den üblichen Weinkategorien.
Quelle:
Lehrbuch der Japan Sommelier Association
The Japan Sommelier Association

5. Deutsche Rebsorten
Die bemerkenswerte Vielfalt deutscher Weine lässt sich auch anhand ihrer Rebsorten verstehen. Heute sind in Deutschland rund 140 Rebsorten registriert, davon über 100 weiße und etwa 35 rote.
Wenn Sie sich mit den folgenden zehn wichtigsten Rebsorten vertraut machen, die zusammen etwa 70 % der gesamten Rebfläche ausmachen, wird es Ihnen in Restaurants und Weinhandlungen deutlich leichter fallen, Weine zu wählen, die Ihrem persönlichen Geschmack entsprechen.
1. Riesling (Weiß)
Deutschlands bedeutendste hochwertige Rebsorte. Je nach Region und Ausbauart entstehen daraus Weine von trocken bis edelsüß. Die Aromen erinnern häufig an Pfirsich, Apfel und Aprikose, begleitet von einer feinen Struktur, lebendiger Säure und großem Reifepotenzial. Riesling wird in ganz Deutschland angebaut, besonders jedoch in der Pfalz, an der Mosel und im Rheingau.
2. Müller-Thurgau (Weiß)
Diese Rebsorte wurde 1882 an der Forschungsanstalt Geisenheim von Dr. Müller aus dem schweizerischen Thurgau gezüchtet. Sie reift früh, ist vergleichsweise einfach anzubauen und besitzt relativ große Beeren. Typisch sind Aromen von Kräutern, Apfel, Birne und einem Hauch Muskat, verbunden mit einem leichten, frischen Stil und milder Säure. Sie ist auch unter dem Namen Rivaner bekannt. Es handelt sich um eine Kreuzung aus Riesling und Madeleine Royale.
3. Silvaner (Weiß)
Eine traditionelle Rebsorte, die in Deutschland erneut zunehmende Aufmerksamkeit erhält und vermutlich aus Rumänien stammt. Sie ist für ihr vergleichsweise neutrales Aromaprofil und ihre milde Säure bekannt. In Rheinhessen bringt sie oft elegante und fruchtige Weine hervor, während sie in Franken eher strukturierte und kraftvolle Weine ergibt. Hochwertige Beispiele finden sich auch in der Pfalz und in Rheinhessen.
4. Grauburgunder (Weiß)
Auch bekannt als Pinot Gris oder Ruländer. Diese Rebsorte ist eine Mutation des Spätburgunders. Sie ergibt meist goldfarbene Weine mit Aromen von Nüssen, Quitte und Mango. Die Säure ist eher moderat, der Körper voller, und häufig erfolgt ein Ausbau im Barrique. Die Rebfläche dieser Sorte hat in Deutschland in den letzten Jahren stetig zugenommen.
5. Weißburgunder (Weiß)
Auch bekannt als Pinot Blanc. Charakteristisch sind Aromen von Birne und Aprikose, eine frische Säure und ein feines, fruchtiges Profil. Wie der Grauburgunder hat auch diese Sorte in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und wird teils im Barrique ausgebaut, zeigt dabei jedoch meist einen zarteren und eleganteren Ausdruck.
6. Gewürztraminer (Weiß)
Eine alte Rebsorte, die für ihr sehr ausgeprägtes Aromaprofil bekannt ist und oft an Litschi und weiße Rosen erinnert. Sie besitzt meist eine milde Säure, einen vollen Körper, eine leichte Bitternote im Nachhall und einen vergleichsweise hohen Alkoholgehalt. Sie wird vor allem in Baden und in der Pfalz angebaut und ist in Teilen Badens, insbesondere in der Ortenau, auch unter dem Namen Clevner bekannt.
7. Spätburgunder (Rot)
Auch bekannt als Pinot Noir. Diese Rebsorte hat in Deutschland eine lange Geschichte. Sie bringt Weine hervor, die von leicht bis kraftvoll reichen und sich durch reiche Aromen und eine geschmeidige Textur auszeichnen. Im Holzfass ausgebaute Beispiele können eine bemerkenswerte Komplexität zeigen und Kraft mit Eleganz verbinden. Sie wird besonders in Baden angebaut und spielt vor allem im Ahrtal eine wichtige Rolle.
8. Dornfelder (Rot)
Eine farbintensive Rebsorte mit Aromen von Waldbeeren und einem weichen, zugänglichen Stil. Sie wird sowohl für unkomplizierte Alltagsweine als auch für strukturiertere, im Holz ausgebaute Weine verwendet. Ursprünglich aus Kreuzungen zur Verbesserung der Farbintensität entstanden, hat sich ihre Rebfläche seit dem späten 20. Jahrhundert rasch ausgeweitet.
9. Portugieser (Rot)
Ein leichter, unkompliziert zu trinkender Wein mit wenig Tannin und moderatem Alkoholgehalt. Typisch sind eine eher helle Farbe sowie Aromen roter Früchte wie Erdbeere und Himbeere. Er wird in vielen Regionen erzeugt und gern als unkomplizierter Alltagswein getrunken.
10. Trollinger (Rot)
Diese Rebsorte wird vor allem in Württemberg angebaut und ergibt frische, leichte und zugängliche Weine, die meist für den frühen Genuss bestimmt sind. Typisch sind Aromen von Kirsche und Erdbeere. Sie soll ursprünglich aus der italienischen Region Trentino stammen, wo sie unter dem Namen Vernatsch bekannt ist.
6. Die 13 deutschen Weinanbaugebiete
Die 13 deutschen Qualitätsweinregionen bringen jeweils den unverwechselbaren Charakter ihres Klimas und ihrer Böden zum Ausdruck.

1. Ahr
Ein kleines Anbaugebiet entlang der Ahr, eines Nebenflusses des Rheins, das im Norden von der Eifel begrenzt wird. Trotz seiner nördlichen Lage bietet es ideale Bedingungen für den Rotweinbau. Etwa 90 % der erzeugten Weine sind Rotweine, und in den letzten Jahren haben insbesondere hochwertige, im Barrique ausgebaute Spätburgunder internationale Anerkennung gefunden.
2. Mittelrhein
Dieses schmale Anbaugebiet erstreckt sich entlang des Rheins von Bingen, wo die Nahe in den Rhein mündet, nordwärts bis nach Rolandseck bei Bonn. Es ist bekannt für seine steilen Weinberge und die malerischen Burgen auf beiden Seiten des Flusses. Hier entstehen frische, aromatische und lebendige Rieslinge. Die Landschaft ist als UNESCO-Welterbe anerkannt.
3. Nahe
Wird wegen ihrer Vielfalt an Rebsorten oft als „Verkostungsraum deutscher Weine“ bezeichnet. Das Gebiet liegt entlang der Nahe und ihrer Nebenflüsse, darunter Glan und Alsenz. Durch die umliegenden Hügel vor kalten Nordwinden geschützt, verfügt es über ein mildes Klima und sehr unterschiedliche Böden. Riesling, Müller-Thurgau und Dornfelder werden hier besonders häufig angebaut und ergeben fruchtige Weine mit großem Potenzial.
4. Mosel
Mit einer mehr als 2.000-jährigen Geschichte reicht der Weinbau hier bis in die Römerzeit zurück. Die Weinberge liegen an den Steilhängen entlang von Mosel, Saar und Ruwer. Die Region ist weltweit berühmt für Riesling und bringt oft filigrane, aromatische Weine mit vergleichsweise niedrigem Alkoholgehalt hervor. Die Schieferböden spielen eine entscheidende Rolle für den Ausdruck des Weincharakters. An der Obermosel wird außerdem Elbling angebaut, der häufig zur Sektherstellung verwendet wird.
5. Rheingau
Diese international bekannte Region erstreckt sich über etwa 40 km entlang des Rheins von Wiesbaden bis Lorchhausen. Südlich ausgerichtete Weinberge, der Schutz durch den Taunus und der ausgleichende Einfluss des Rheins schaffen hier besonders günstige Bedingungen. Böden wie Löss, Schiefer und Kies tragen zu kraftvollen und charaktervollen Weinen bei. Riesling macht rund 80 % der Rebfläche aus, daneben spielt auch Spätburgunder eine Rolle.
6. Rheinhessen
Das größte deutsche Weinbaugebiet bildet ein Dreieck zwischen Mainz, Bingen und Worms. Als „Land der tausend Hügel“ bekannt, stammt etwa jede vierte Flasche deutschen Weins aus dieser Region. Dank vielfältiger Böden und Rebsorten ist Rheinhessen besonders für Silvaner bekannt. Die Region gilt zudem als Vorreiter des ökologischen Weinbaus in Deutschland.
7. Pfalz
Die Pfalz erstreckt sich über etwa 80 km entlang der Deutschen Weinstraße von Schweigen bis Bockenheim und ist das zweitgrößte Weinbaugebiet Deutschlands. Geschützt durch den Pfälzerwald herrscht hier ein warmes Klima, in dem sogar mediterrane Pflanzen wie Zitronen und Mandeln gedeihen können. Unter den weißen Rebsorten dominiert der Riesling, bei den roten Rebsorten nimmt Dornfelder eine wichtige Stellung ein.
8. Hessische Bergstraße
Ein kleines Anbaugebiet, das durch den Odenwald vor kalten Ostwinden geschützt wird. Mit einem frühen Frühling, der mit Norditalien vergleichbar ist, bietet es günstige Voraussetzungen für den Weinbau. Riesling wird hier besonders häufig angebaut. Trotz seiner geringen Größe ist das Gebiet seit 1971 ein eigenständiges Weinanbaugebiet und zeichnet sich durch viele kleine Erzeugerbetriebe aus.
9. Franken
Dieses Anbaugebiet liegt entlang des Mains und ist berühmt für seine charakteristischen Bocksbeutel-Flaschen. Silvaner ist hier die wichtigste Rebsorte und bringt auf Muschelkalkböden kraftvolle und zugleich fruchtige Weine hervor. Auf Buntsandstein entstehen strukturierte und elegante Rotweine. Auch Müller-Thurgau ist weit verbreitet.
10. Württemberg
Dieses Gebiet erstreckt sich entlang des Neckars und seiner Nebenflüsse und weist innerhalb Deutschlands den höchsten Eigenverbrauch der erzeugten Weine auf. Es ist das größte Rotweingebiet des Landes, wobei Trollinger als die typischste Rebsorte gilt. Weitere wichtige rote Rebsorten sind Schwarzriesling, Lemberger und Spätburgunder.
11. Baden
Das südlichste Weinbaugebiet Deutschlands reicht von Tauberfranken bis hinunter zum Bodensee. Es profitiert von einem warmen Klima, das in manchen Teilen mit dem der Champagne vergleichbar ist. Besonders bekannt ist der Kaiserstuhl für gehaltvolle Grauburgunder und Weißburgunder sowie für kraftvollen Spätburgunder. Auch die Bodenseeregion ist für ihre Roséweine bekannt.
12. Sachsen
Dieses kleine Weinbaugebiet liegt im Osten Deutschlands entlang der Elbe, einschließlich Dresden und Meißen. Es erzeugt elegante, trockene Weine mit frischer Säure. Eine regionale Spezialität ist der Goldriesling, eine leichte und leicht würzige Rebsorte, die nur in dieser Region zu finden ist.
13. Saale-Unstrut
Das nördlichste Weinbaugebiet Deutschlands liegt entlang von Saale und Unstrut sowie deren Nebenflüssen. Müller-Thurgau ist hier die am häufigsten angebaute Rebsorte. Kalk- und Sandsteinböden bringen frische, fruchtbetonte trockene Weine hervor.
RQuelle:
Deutsches Weininstitut (Mainz)
Seminar-Handbuch „Deutsche Weine“
Lehrbuch der Japan Sommelier Association
Wein – André Domine
7. Die Qualitätsklassifikation deutscher Weine

Mit dem deutschen Weingesetz von 1971 wurde die Klassifikation der Weine nach ihrem Charakter und ihrer Qualität offiziell festgelegt. Deutsche Weine werden in vier Qualitätsstufen eingeteilt:
1. Deutscher Tafelwein
2. Deutscher Landwein
3. Qualitätswein
4. Prädikatswein
Die Bezeichnungen der Kategorien 3 und 4 wurden am 1. August 2007 vereinfacht.
Tafelwein steht für einfachen Alltagswein, während Landwein den regionalen Weinen entspricht. Diese Kategorien spielen in Deutschland jedoch nur eine vergleichsweise geringe Rolle, da der Großteil der Produktion auf Qualitätswein und Prädikatswein entfällt.
Diese höheren Qualitätsstufen sind auf Weine aus einem der 13 festgelegten Weinanbaugebiete beschränkt und müssen strenge amtliche Qualitätskontrollen bestehen, darunter ein dreistufiges Prüfverfahren zur Sicherung ihres Standards.
Prädikatswein, die höchste Qualitätsstufe, wird zudem anhand der Leseart und des Reifegrads der Trauben beziehungsweise des Mostgewichts in sechs weitere Stufen unterteilt.
1. Kabinett
Die leichteste Stilrichtung innerhalb der Kategorie Prädikatswein und mit dem niedrigsten Mostgewicht. Die Trauben werden in der Regel etwa im September gelesen, wobei der genaue Zeitpunkt behördlich geregelt ist. Diese Weine sind meist leicht im Körper, vergleichsweise alkoholarm und sehr vielseitig in der Kombination mit Speisen.
2. Spätlese
Spätlese bedeutet, dass die Trauben mindestens eine Woche nach dem regulären Lesebeginn geerntet werden. Im Vergleich zum Kabinett zeigen diese Weine mehr Tiefe und Konzentration und reichen von trockenen bis zu süßen Stilrichtungen.
3. Auslese
Auslese bedeutet „ausgewählte Lese“. Es werden nur vollreife Trauben ausgewählt, was häufig zu gehaltvolleren Weinen führt. Viele Auslesen sind süß und eignen sich gut als Dessertwein, es gibt jedoch auch trockene Varianten.
4. Beerenauslese (BA)
Diese Bezeichnung bedeutet „ausgewählte Beeren“. Die Weine werden aus einzeln selektierten überreifen oder edelfaulen Trauben hergestellt. Sie sind intensiv süß und sehr konzentriert.
5. Eiswein
Eiswein wird aus Trauben erzeugt, die auf natürliche Weise am Rebstock gefroren sind und bei Temperaturen von mindestens −7 °C gelesen werden. Die gefrorenen Trauben werden in gefrorenem Zustand gepresst, wodurch ein hochkonzentrierter Most entsteht, der sich durch ein markantes Zusammenspiel von Süße, Säure und intensiver Aromatik auszeichnet. Hinsichtlich der Süße ist Eiswein mit Beerenauslese vergleichbar.
6. Trockenbeerenauslese (TBA)
Dieser Wein wird aus einzeln ausgewählten, edelfaulen Trauben hergestellt, die unter seltenen klimatischen Bedingungen am Rebstock rosinenartig eingetrocknet sind. Diese Weine sind außergewöhnlich süß, honigartig und stellen innerhalb der Kategorie Prädikatswein die höchste Konzentrationsstufe dar.
- Zusätzliche Qualitätsbezeichnungen -
Classic & Selection
Diese Bezeichnungen wurden mit dem Jahrgang 2000 eingeführt und gelten für hochwertige trockene Weine. Selection unterliegt strengeren Kriterien als Classic und steht für ein höheres Qualitätsniveau.
Grosses Gewächs (GG) / Erstes Gewächs
Grosses Gewächs bedeutet „großes Gewächs“ und bezeichnet trockene Spitzenweine aus den besten Lagen, die von führenden Erzeugern aus handgelesenen Trauben hergestellt werden. Häufig wird diese Bezeichnung mit dem französischen Konzept des Grand Cru verglichen.
(Im Rheingau wird traditionell die Bezeichnung Erstes Gewächs verwendet.)
- Angabe des Süßegrads -
Obwohl gesetzlich nicht verpflichtend, werden deutsche Weine häufig mit den folgenden Geschmacksangaben beschrieben, die besonders bei trockenen und halbtrockenen Weinen oft auf dem Etikett zu finden sind:
Trocken – trocken
Halbtrocken – halbtrocken
Lieblich – lieblich
Süß – süß
8. Die Freude am deutschen Wein entdecken
- Wein bei der richtigen Temperatur servieren
Wie wir Saft gekühlt und Kaffee warm genießen, ist auch die Temperatur ein entscheidender Faktor, um Wein optimal genießen zu können.
Grundsätzlich gilt: Leichtere Weine sollten bei niedrigeren Temperaturen serviert werden, während gehaltvollere Weine bei etwas höheren Temperaturen ihr Aroma besser entfalten. Es empfiehlt sich außerdem, die Serviertemperatur an die Jahreszeit anzupassen, also im Sommer etwas kühler und im Winter etwas wärmer.
- Empfohlene Serviertemperaturen:
Schaumwein (Sekt / Schaumwein): 8–10 °C
Trockener Weißwein (leicht, jung): 9–11 °C
Trockener Weißwein (kräftiger, gereift): 11–13 °C
Roséwein (Weißherbst / Rosé / Rotling): 9–13 °C
Rotwein (leicht, jung): 14–16 °C
Rotwein (kräftig): 16–18 °C
Rotwein (gereift, sehr kräftig): 18–20 °C
- Die richtige Lagerung von Wein
Die richtige Lagerung ist entscheidend, um die Qualität des Weins über längere Zeit zu bewahren.
Idealerweise sollte Wein bei einer konstanten Temperatur zwischen 10 °C und 15 °C gelagert werden, wobei Temperaturschwankungen vermieden werden sollten. Oft heißt es, dass eine Temperaturerhöhung um 10 °C die Reifung und Oxidation deutlich beschleunigen kann.
Wein sollte an einem dunklen Ort ohne direkte Lichteinstrahlung und bei einer Luftfeuchtigkeit von etwa 70 % aufbewahrt werden. Außerdem sollte er nicht in der Nähe starker Gerüche gelagert werden. Bei mit Korken verschlossenen Flaschen empfiehlt sich die horizontale Lagerung, damit der Korken feucht bleibt.
In Umgebungen wie in Japan können auch Stauräume unter dem Boden oder Wandschränke geeignete Alternativen sein. Ein Weinkeller ist zwar ideal, aber auch das Einwickeln der Flaschen in Zeitungspapier kann helfen, sie vor Licht und Temperaturschwankungen zu schützen.